Lehren aus dem Tarofeld

Alphabet:

Ola ist hawaiianisch für: Gesundheit, Leben.

Mai gibt die Richtung an: zu mir/uns.

Na’au sind die Eingeweide, Darm; Gefühle, Gemüt, Herz, Geist.

Ali'i bezeichnet die traditionelle Führungselite der früheren hawaiianischen Gesellschaft, deren Ethos untrennbar verbunden war mit einer nachhaltigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, die kein Grundeigentum kannte und den Menschen zur Fürsorge für das Land verpflichtete.

Na’au Ali’i ist ein alter, kaum mehr zu hörender Ausdruck für (das mittlerweile leider zu bedeutungsloser Plattheit vermarktete) aloha: "compassionate love", jene Liebe, die groß genug ist, sich mit der Realität zu messen.

 

These 1:

Auf der Grundlage des eigenen Körperpotentials, der tiefen Akzeptanz für die Situation und dem offenen Blick auf die Realität dieses Moments entsteht ein Kommunikationsraum, in dem sich Bewegung und Veränderung friedliche und natürliche Wege sucht und an die Essenz unserer menschlichen Existenz rührt. 

 

These 2:

Wir lernen durch Erfahrung.

These 3:

Wir lernen durch Geschichten.

 

Eine Geschichte:

Die ersten polynesischen Navigatoren, die die weite Fahrt über den Pazifik nach Hawaii antraten, brachten einst die Taropflanze in ihren Booten mit sich, die aufgrund ihrer hohen Widerstands- und Anpassungsfähigkeit und ihrer nährstoffreichen Wurzelknolle für die zukünftigen Generationen zum wichtigsten Grundnahrungsmittel werden sollte. 

Der Mythos erzählt, dass Ho’ohokukalani, die Mutter des ersten Menschen, zunächst eine Fehlgeburt gebar. Aus der Erde, in der sie das knollenförmige Wesen begrub, wuchs die erste Taropflanze hervor: Haloa, „der Langstielige“ mit den Blättern, die im Wind erzittern. Wir – schon keine Seefahrer mehr und fern den alten Zeiten – nahmen von den Tarofeldern Hawaiis Haloas Zittern mit uns, die Kühle des Wassers und die Dunkelheit des Schlamms in dem er wurzelt, sowie eine unversiegbare Quelle von Aloha – die Erinnerung von Füßen, die, im Schlamm tretend, die Knolle vom Wurzelwerk befreien und von Händen, die den Steckling zurück in den Schlamm setzen, auf dass er eine neue Wurzelknolle bilde und neue Blätter und viele kleine Ableger, Haloa, der Erstgeborene mit dem hohen Stiel und dem langen Atem