24. - 28. März 2018

Hula Immersion

Kulturbrücken zur hawaiianischen Vergangenheit

mit Kumu Hula Roselle Keli'ihonipua Bailey und Ka 'Imi Na'auao im Dialog mit Hawaii e.V.

Kosten: 380 Euro (zzgl. Ü.)

Tradition und Zukunft des Hula sind mit einem Kulturraum verbunden, der von Europa scheinbar weit entfernt liegt. Und während sich mit der Erfindung des Flugzeugs die geografischen Entfernungen relativiert haben, zieht sich noch immer ein tiefer kolonial- und imperialgeschichtlicher Riss durch die subtilen Sphären interkultureller Kommunikation und verursacht scheinbar unüberwindliche Distanzen und immer neue Verletzungen.

Die hawaiianische Souveränität ist noch immer ein Traum.

Die hawaiianische Sprache wurde wiederbelebt durch die Einrichtung von „Immersions-Schulen“. Sobald die Kinder durch die Tür des Schulgebäudes gehen, betreten sie einen Raum, in dem nur hawaiianisch gesprochen wird – vom ersten Tag an. Ein Schutzraum und ein Nest für eine bedrohte Sprache. Unsere Woche der „Hula Immersion“ lehnt sich daran an. Denn der Hula ist wie eine Sprache. Er trägt einen Kulturraum mit sich, wo auch immer er ist. Er vermag es, uns in jene Sphären hinaufzutragen, zu denen das Stereotyp, das Klischee, das Vorurteil, die Ignoranz, die Arroganz des allzu Sichtbaren, das tagtägliche Unrecht nicht heranreichen...   

Roselle Keli'ihonipua Bailey in "Hoku Ali'i", dem Unterrichtszentrum auf Maui, 2015
Roselle Keli'ihonipua Bailey in "Hoku Ali'i", dem Unterrichtszentrum auf Maui, 2015

Wer es wagt, zu tanzen....

Roselle Keli'ihonipua Bailey ist mehr als eine Hulalehrerin. Sie IST Hula. Und – das ist auch Hula – : Sie ist Kulturaktivistin, auf stillen Sohlen und mit stetem Schritt ... Sie war Außenministerin der hawaiianischen Schattenregierung der "Re-instated Hawaiian Government"  und hätte in dieser Position den ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer treffen sollen - wenn nicht der 11. September dazwischen gekommen wäre. Der 11. September durchkreuzte auch eine Hula-Vorführung im Dahlem Museum in Berlin. Das Ensemble der hawaiianischen Tänzer und Musiker konnte nicht anreisen, der Flugverkehr lag lahm. Roselle K. Bailey nahm kurzerhand die Teilnehmerinnen ihres Workshops in Berlin mit. Noch ganz unerfahrene Tänzer, die gerade mal die Zehenspitzen in das große Meer der hawaiianischen Tradition gestreckt hatten, wurden von den Ereignissen des Weltgeschehens auf die Bühne geschwemmt. Dass die Essenz des Hula nicht an Äußerlichkeiten festzumachen ist, dürfte dieses Ereignis veranschaulichen. Selbst der unerfahrenste Tänzer kann zur Brücke werden für die ihn übersteigende Tradition. Hula braucht Nachwuchs. Hula, wenn er für die Welt sein soll, wächst in der Welt. Und in diesen Zeiten, zählt es mit Sicherheit zu den sinnvolleren Betätigungen.   

Programm

Hula-Immersion bedeutet: ernsthaftes Studium des Hula in all seinen Aspekten, in einem gemeinsamen Raum des Lernens und Zusammenlebens – direkte Begegnung mit Kulturgeschichte, Sprache, Umwelt, Vergangenheit und Gegenwart Hawaiis – beständige Übung in den Grundlagen von Aloha: Aufrichtigkeit (kupono), Fürsorge (Malama) und erwartungsfreier Hilfsbereitschaft (kokua) – Aufbruch in in die vielfältigen Möglichkeiten dieses Moments, mit allen Sinnen die Flügel auszubreiten und zu fliegen....