Dr. Hiroyo Kitao

Das Konzept der Performance ist, "die Begegnung zwischen inneren Gedanken und Unterbewusstsein anzuregen"....

Schrittweise entfernte Hiroyo Kitao sich vom Modern Dance, mit dem sie in ihrer Kindheit in der Nachfolge des deutschen Expressionismus (Mary Wigman) begann. Sie studierte verschiedene Formen der Körperarbeit (darunter Alexander Technik und Feldenkrais), die Theorie der Bio-Dynamics und angewandte Kinesiologie. 

 

Sie arbeitete als Physiotherapeutin für die Tänzer des Wuppertaler Tanztheaters (unter Pina Bausch) und begleitete die Truppe auf ihren Tourneen durch Europa und Japan. 1991 begann sie Solo Performances und Workshops zu geben, in ihrer eigenen Art der tiefen Erkundung von Körperempfindungen.

1993 erhielt sie einen Doktortitel (Ph. D.) durch ihre medizinische Forschungsarbeit zur Beziehung zwischen Arteriosklerose und Immunologie. 

1995: Öffentliche Aufführung der Performance "Time-Space" basierend auf ihrem neuen Konzept: Durch die Erforschung der verborgenen Wahrheit physischen Empfindens, bringt sie "körperliches Denken" in ihre Performance ein.

2001: Verschiedene Performances in Europa. Fasziniert von der Idee, dass der Körper ein Phänomen ist, bringt sie in ihren weltweiten Performances physische Reaktionen zum Ausdruck, die von Empfindungen als "körperlichen Gegenständen" hervorgerufen werden.

2003: Sie erhielt die Auszeichnung für außergewöhnliche Performance beim internationalen Theaterfestival in Moldawien

Aktuell konzentriert sie sich auf Solo Tanzaktivitäten und Kollaborationen mit Künstlern verschiedener Richtungen. Sie nennt ihre Arbeit "KÖRPERGESCHEHEN: 身体事 / SHINTAI-GOTO" , das bedeutet: der Ausdruck des Körpergeschehens, das für gewöhnlich bei körperlichem Wissen und Körperempfinden auf der unterbewussten Ebene beginnt. Ihre Workshops und experimentellen Performances zielen darauf, die Möglichkeitsräume der Kunst in unser tägliches Leben zu bringen.

Sie ist Dozentin am Graduiertenkolleg der Joshibi Universität für Kunst und Design (Tokyo), wo sie zur Bedeutung somatischen Empfindens in der Kunst und zur Potenzialität des Körpers lehrt. 

 

Foto: Susanne Kaiser